willkommen

Gerade befinden wir uns alle in einer Pandemie, Hygienemaßnahmen bestimmen unseren Alltag und gewisse Abläufe und Verhaltensregeln haben sich etabliert.

Wie sieht es denn eigentlich mit dem Hygienemanagement bezüglich des Stalls bzw. der eigenen Pferdebox aus? Welche Anforderungen gibt es an das Misten? Was zeichnet eine adäquate Futterlagerung aus? Welche Abläufe und Maßnahmen können wir täglich hierfür etablieren?

Wir wollen in diesem Blogeintrag nicht auf Richtlinien bezüglich der Vermeidung von Infektionen mit dem COVID-19-Virus eingehen, denn hierfür wird von unserer Seite und allen Einstellern alles Mögliche getan. Für uns ist es wichtig einmal über Sauberkeit und Ordnung in dem Zuhause unserer Fellfreunde zu sprechen, weil jene Aspekte das Wohlbefinden und die Gesundheit der Pferde sicherstellen. In unserem ersten Blogeintrag hatten wir ja Gedankenimpulse mit Euch geteilt, was ein gutes Leben für unser Pferd auszeichnet und ein Leben in Gesundheit ist sicherlich als ein wesentlicher Faktor für die Realisierung dieses Ziels zu vermerken.

Heu
Eine saubere Box und Futterstelle trägt nicht unerheblich zum Wohlergehen des Pferdes bei

Hierzu fasst die FN in einem Leitfaden (diesen könnt ihr euch kostenlos im FN-Shop in der Rubrik „Broschüren und Formulare, Veterinärmedizin“ herunterladen) das „Wer, Wie, Wo, Was oder auch das Wann“ zusammen. Der Oberbegriff hierzu lautet „Biosecurity“ oder auch „Biosicherheit“:

 Aus dem Altgriechischen stammt βíος und bedeutet Leben, der Fokus liegt also auf der Sicherheit von Leben. Konkret meint es die Eindämmung von infektiösen Mikroorganismen und die Frage, wie wir den Kontakt mit Pathogenen (dies meint alle Einflüsse, die eine Krankheit ursächlich bedingen können) und Giften vermeiden können.

Unsere oben erwähnten W-Fragen werden in drei Kapiteln beantwortet. Unter dem sogenannten „Umwelt-Management“ fasst die FN zusammen, welche Maßnahmen den Stall-/ Reitanlage, die Wiesen, Paddocks und auch Parkplätze betreffen. Fangen wir in dem Kern des Stalls, der Stallgassen an:

Abgesehen von der Tatsache, dass den Pferden ausschließlich Futter von hoher Qualität verfüttert wird, muss auch dafür Sorge getragen werden, dass das Futter sauber und trocken gelagert wird. Möhren- und Futtersäcke gehören geschlossen in Boxen verstaut, damit keine Schädlinge wie Ratten und Mäuse angelockt werden. Jene stellen nicht zu unterschätzende Krankheits- und Parasitenüberträger dar und sollten sich daher nicht in dem Umfeld unserer pferdigen Fellfreunde befinden.

Das bedeutet auch, dass z.B. Hunde nicht ihr Geschäft in dem Heu oder Stroh verrichten. Mal abgesehen von der Tatsache, dass sie Würmer über ihren Kot ausscheiden können, werdet ihr mir zustimmen, dass ihr sicherlich auch keine Fäkalien in eurem Essen vorfinden mögt.

Ebenso sollte benutztes Einstreu in Entfernung zum Futter und den Pferden deponiert werden. Einmal täglich sollte nämlich die Pferdebox von nassem Einstreu und Kot gesäubert werden, da eine trockene und saubere Umgebung elementar für einen gesunden Huf ist, ansonsten sind Krankheiten wie z.B. die sogenannte Strahlfäule möglich. Ferner ist das Ammoniak, welches sich in dem Urin bildet, schädlich für die Atemwege der Pferde. Und auch hier werdet ihr mir zustimmen, dass ihr nur äußerst ungern in eurem eigenen Urin stehen oder gar liegen würdet. Warum also unser Pferd?

Es ist auch unabdingbar, dass unterschiedliche Schubkarren für das Verfüttern von Heu einerseits und andererseits für das Misten verwendet werden. Außerdem empfiehlt es sich vor dem Verlassen der Box die Hufe ordentlich auszukratzen, damit beim Passieren der Stallgasse kein Mist verloren geht.

Boxenreinigung
Eine regelmäßige, gründliche Boxenreinigung mit einem Hochdruckreiniger trägt erheblich zur Boxenhygiene bei

Unser Fazit und unsere „To-Dos“ lauten also: Regelmäßiges Misten der Box beugt Huf-, Haut- und Infektionskrankheiten vor, da Ammoniak, das sich in der Box ansammelt, einen hohen pH-Wert hat. Es kann das schützende Sekret der Haut und auf der Oberfläche der Atemwege zersetzen. Equipment wie z.B. Schubkarren, Mistgabeln und Besen sollten regelmäßig gesäubert und desinfiziert werden. Täglich sollte die Tränke und der Futtertrog kontrolliert werden, dass sich kein stehendes Wasser in eben diesen befindet oder auch Futterreste, die beginnen könnten zu schimmeln. Manche Pferde koten auch einmal in ihre Tränke oder ihren Trog ebenso wie Vögel, die sich im Stall aufhalten, diese müssen umgehend gereinigt werden, da die Pferde nicht mehr an frisches Wasser oder ihr Futter gelangen. Es ist in diesem Zusammenhang auch nicht ratsam einen Salzleckstein in den Futtertrog zu legen, da sich dieser durch Speichel oder auch Mash auflöst und das Salz in das Futter gelangt, was viele Pferde dann nicht mehr fressen mögen. Ferner wird das Pferd so stetig Salz aufnehmen und nicht, wenn es jenes benötigt. Ein weiterer Punkt dafür den Salzlecktstein nicht in den Trog zu legen, betrifft die Haltbarkeit des Trogs, da das Salz die Zinkschicht des Trogs löst. Manche Pferde spielen auch mit dem Leckstein in dem Trog, was Lärm bereitet und zu Stress bei den Boxnachbarn führen kann. Außerdem empfiehlt es sich die Box von Spinnenweben und Staub zu entfernen und sie mindestens einmal im Jahr auch mit einem Hochdruckreiniger zu reinigen.

Nun kommen wir zu dem „Who“ oder auch zu jenem Management, was die FN unter „Personen-Management“ subsumiert. Damit sind alle Personen gemeint, die Zutritt zu unserem Reitstall haben. Wenn wir uns diesen Aspekt näher anschauen, werden wir erst einmal bemerken, wie viele unterschiedliche Menschen an einem Stall zu finden sind, dadurch wird auch die Wichtigkeit von Abläufen und Maßnahmen deutlich, um eine Einschleppung von Keimen möglichst zu verhindern. Zuletzt wurden wir darauf aufmerksam, als es Fälle von an Druse erkrankten Pferde zu verbuchen gab und wir alle in Sorge waren, dass unsere Pferde sich anstecken könnten. Vorsicht ist stets besser als Nachsicht und so liegt es in unserer Verantwortung die Gesundheit unserer Pferde zu gewährleisten. Das fängt damit an, dass wir z.B. nicht dasselbe Putzzeug für unterschiedliche Pferde benutzen, um mögliche Pilzinfektionen zu verhindern. Auch wenn es lieb gemeint ist andere Pferde zu streicheln oder gar zu füttern, sollten wir dies unterlassen, da auf diese Weise Infektionen verschleppt werden können und neben der Tatsache, dass man nicht einfach fremde Pferde füttert, kann es bei Pferden mit Unverträglichkeiten zudem lebensbedrohlich enden. To-Dos: Richtiges Händewaschen, Wechsel der Kleidung, wenn man aus einem externen Stall kommt, Reinigen und Desinfizieren von Stallequipment, kranke Pferde von den Gesunden absondern und erst die Gesunden versorgen. Fremde Pferde nicht aneinander schnüffeln lassen, da bei diesem „Pferdekuss“ auch Ansteckungen plausibel sind. Unsere Pferde nicht an fremdem Kot riechen lassen und selbst auch immer abäppeln, sei es auf dem Platz oder sonst auf der Reitanlage – insbesondere nach Verabreichung einer Wurmkur. Wenn wir einen Eimer mit einem Wasserschlauch befüllen, diesen nicht reinlegen, da er ein Sammelbecken von Keimen ist, welche so in das Wasser gelangen können.

Sauberkeit und Ordnung verschafft unseren Pferden Sicherheit ihrer Gesundheit und ich bin davon überzeugt, dass wir alle unser Mögliches dafür tun 😊

Fellpflege
Die Pferde machen es uns vor: Pflege und Sauberkeit erhöhen den Wohlfühlfaktor 🙂

1 Comment

  1. Toller Artikel, der zusammenfasst, was eigentlich selbstverständlich sein sollte!!! Doch die Realität sieht erfahrungsgemäß an vielen Ställen leider anders aus. Dabei sollte es die Gesundheit der Tiere doch wert sein.

Leave a Comment